Startseite » Udaipur und Umgebung

Udaipur und Umgebung

Die 1567 gegründete ehemalige Hauptstadt des Königreiches Mewar, liegt auf etwa 600m Höhe in den Aravalli-Bergen am Ufer der Seen Pichola und Fateh Sagar.

Durch seine zauberhafte Lage inmitten von grünen Bergen wird die Stadt auch „Venedig des Ostens“ oder „Stadt der Morgendämmerung“ genannt. Zahllose Künstler, Poeten und Schriftsteller ließen sich durch sie inspirieren.

Gegründet wurde die Stadt von Maharana Udai Singh, dem damaligen Herrscher von Mewar. Die alte Hauptstadt Chittor war wiederholt den islamischen Invasoren, die ab 712 n.Chr. nach Indien gekommen waren, zum Opfer gefallen und so suchte Udai Singh nach einem sicheren Ort, weiter im Süden. Auf einer Jagdgesellschaft, traf er auf einen Einsiedler, der ihm Glück und Wohlstand versprach, wenn er seine neue Hauptstadt in diesem Tal bauen ließ. Und so entstand 1567 die neue Stadt Udaipur. Dafür wurde der Fluss der durch das Tal führte aufgestaut und so entstand der Pichola See, etwa 4 km lang und 3 km breit.

Der Stadtpalast
Der Stadtpalast
Um die Stadt herum zieht sich die Stadtmauer mit ehemals 11 Toren, von denen immerhin 8 heute noch erhalten sind (Kishanpol, Udaipol, Surajpol, Delhi Gate, Hathipol, Chandpol, Ambapol und Brahmpol). Von dem alten Eklingarh Fort auf dem Manchala Manga Hügel sind nur noch Ruinen übrig.

Das Stadtbild Udaipurs wird von dem mächtigen Stadtpalast geprägt. Eigentlich eine Ansammlung von verschiedenen Gebäuden, Gärten, Pavillons, wurde er 1567 gebaut und von den nachfolgenden Herrschern immer wider erweitert. Heute ist er der größte Palastkomplex in Asien. Gelegen direkt am östlichen Ufer des Pichola Sees, ist er erstaunlich uniform.

Lake Palace
Lake Palace
Gegenwärtig enthält er zwei Luxushotels, ein Museum und die Wohnung des letzten Sprösslings der Königsfamilie, Shreeji Arvind Singh.

Direkt auf einer Insel im Pichola See gelegen, ist der ehemalige Sommerpalast, der kurz nach der Unabhängigkeit in ein Hotel umgewandelt wurde. „Lake Palace“ ist heute eines der bekanntesten Luxushotels der Welt. Schon Queen Elisabeth und Jacky Kennedy haben dort genächtigt und 1982 wurde er Drehort des James Bond Films „Octopussy“.

Die zweite Insel im Pichola See heißt Jag Mandir. Maharana Karan Singh baute dort ebenfalls einen kleinen Palast der später hauptsächlich als Gästehaus diente. Angeblich erhielt Shah Jahan dort seine Inspiration

Gangaur Ghat
Gangaur Ghat
für den Taj Mahal. Das ist jedoch nur eine Sage, für die es keine sicheren Beweise gibt. Fest steht, der spätere Mogul-Kaiser lebte dort von 1623-24.

Die Herrscher Udaipurs sorgten auch immer dafür, dass es angenehm kühl und schattig in der Stadt war. Eine Reihe von Gärten wurde für diesen Zweck angelegt. Der größte davon ist der Saheliyon-ki-Bari (Garten der Jungfrauen), der in früheren Zeiten den Frauen der königlichen Familie vorbehalten war.

Der andere wichtige Park ist Gulab Bagh (Rosengarten). Wie der Name schon sagt, gibt es hier einen Rosengarten und natürlich einen Park mit vielen schattenspendenden Bäumen. Hier befindet sich die Saraswati Bücherei, einst eine Sammlung kostbarer Bücher und Manuskripte.

Etwa 5 km außerhalb der Stadt liegt Sajjan Garh, der auch Monsun Palast genannt wird. Auf der Spitze eines Berges gelegen, hat man von dort oben einen wunderbaren Blick auf die Stadt und die Umgebung. Dieser Palast wurde im 19.Jahrhundert von Maharana Sajjan Singh angefangen und nach seinem Tod nie fertiggestellt. Heute gehört er dem Staat und ist mal offen und mal zu. For allem abends strömen die Touristen hier herauf um den

Bagore-Ki-Haveli
Bagore-Ki-Haveli
Sonnenuntergang zu bewundern. Die Hügel um ihn herum wurden 2002 zum Tierpark und Naturschutzgebiet erklärt.

Der Monsun Palast ist das prägende Wahrzeichen Udaipurs, sichtbar schon aus weiter Ferne.

Das schönste und größte Haveli (Villa) der Stadt ist das Bagore-Ki-Haveli am Gangaur Ghat gelegen

Mit einer Seite zum Ufer des Pichola Sees, war es früher der Wohnsitz einer der einflussreichsten Familien Udaipurs. Gebaut wurde es im späten 18.Jahrhundert von Shree Amarchand Badwa, dem Premierminister Mewars zu der Zeit.

Die königlichen Cenotaphen von Ahar
Die königlichen Cenotaphen von Ahar
Heute beherbergt es ein Museum in dem immer wieder kulturelle Events und Veranstaltungen stattfinden.

3 km von Udaipur entfernt liegt Ahar, die Ausgrabungsstätte einer frühzeitigen Stadt aus der Indus-Valley-Civilisation (ca. 200 000 – 60 000 v.Chr.). Es gibt dort ein kleines Museum und außerdem die Cenotaphs der königlichen Familie. Dort wurden die verstorbenen Herrscher Mewars verbrannt und ihnen zu Ehren ein Denkmal gesetzt.

Ausflüge von Udaipur:

Eklingji (22 km):

In Eklingji steht der Tempel der königlichen Familie von Mewar. Die Tempelanlage, 734

Die Tempelanlage von Eklingji
Die Tempelanlage von Eklingji
n.Chr. erbaut ist ein Wunderwerk der Steinmetzkunst

Nagda (23 km):

Ebenfalls Stätte eines berühmten Tempels und zwar dem aus dem 9.Jahrhundert stammenden Sas-Bahu Tempel (Schwiegermutter- Schwiegertochter Tempel)

Haldi Ghati (40 km):

Das berühmte Schlachtfeld von 1576, als der Mughul Kaiser Akbar Mewar unter Maharana Pratap angegriffen hat. Landschaftlich sehr schön, mit einem Denkmal für Maharana Pratap’s Pferd Chetak und einem Museum.

Jaisamand See (48 km):

Der zweitgrößte künstlich angelegte See in Asien. Der Damm wurde im 17.Jahrhundert von Maharana Jai Singh angelegt. Im See selbst befindet sich eine Reihe von Inseln, teilweise bewohnt. Oberhalb des Sees liegt der Sommerpalast der Königinnen von Udaipur. Die Gegend um den See herum wurde zum Nationalpark erklärt. Hier kann man mit ein bisschen Glück Panther, Leoparden, Füchse, Hyänen, Antilopen und Wildschweine beobachten.

Die Festung von Kumbhalgarh
Die Festung von Kumbhalgarh
Molela (30 km):

Ein Töpferdorf

Kumbhalgarh (84 km):

Das zweitwichtigste Fort von Mewar, hoch oben in den Aravalli Bergen auf 1100 m gelegen. Hier zogen sich die Könige in Zeiten der Gefahr zurück. Nur einmal in der Geschichte wurde es von feindlichen Eroberern eingenommen. Und dafür bedurfte es auch die vereinten Armeen von Mogul Kaiser Akbar, Amber und Marwar um die mächtige Festung zu stürmen. Gebaut im 15.Jahrhundert von Maharana Kumbha, wird es von einer starken, 36 km langen Mauer umgeben, breit genug dass 5 Pferde nebeneinander darauf galoppieren könnten. Damit ist es die zweitgrößte Mauer der Welt, gleich nach der Großen Mauer von China. Die Berge um

Der Jaintempel von Ranakpur
Der Jaintempel von Ranakpur
das Fort herum wurden zum Nationalpark erklärt, berühmt hauptsächlich durch seine Wölfe. Ebenso ist es aber auch die Heimat von Leoparden, Bären und Antilopen.

Ranakpur (60 km):

Der größte und wichtigste Jain Tempel in Indien liegt hier in Ranakpur, einem kleinen Dorf in den Aravalli Bergen. Der Haupttempel wurde 1439 erbaut und ist einem jainistischen Heiligen gewidmet. Die 29 Hallen des Tempels werden von 1444 Säulen gestützt, die alle samt aus Marmor geschnitzt wurden, wobei sich keine einzige gleicht.

Chittorgarh (110 km):

Die ehemalige Hauptstadt Mewars und die wichtigste Festung

Der Siegesturm von Chittorgarh
Der Siegesturm von Chittorgarh
des Landes ist eine historisch äußerst signifikante Stätte. Chittorgarh gilt als Sinnbild für den Mut und die Ritterlichkeit der Rajputen. Dreimal in seiner Geschichte wurde die Festung, die auf einem lang gestreckten Hügel liegt, gestürmt. Jedes Mal begangen die Bewohner den Jauhar, die Tradition des Selbstmordes um die eigene Ehre zu bewahren. Die Männer ritten in gelbe Roben gekleidet (Gelb gilt als Farbe des Märtyrertums) hinaus um in der Schlacht den Tod zu finden und die Frauen verbrannten sich auf einem großen Scheiterhaufen.

Noch heute lässt sich die einstige Pracht und Größe Chittorgarhs erahnen.

Jagat:

Bekannt fuer seinen Durga Tempel aus dem 10. Jahrhundert. Die feinen Steinschnitzereinen zeigen vielfach erotische Szenen aus der Kamasutra.